Epikondylitis humeri radialis oder -ulnaris

Operationsvorbereitung und Operationsverlauf

Nachsorge

Komplikationen

Wichtig

Ursache und Beschwerden:

Epikondylitis Die Epikondylitis wird durch entzündliche oder degenerative Veränderungen am äußeren oder inneren Knorren (Epikondylus) des Ellenbogens und den daran ansetzenden Sehnen hervorgerufen. Ursache sind vor allem eine funktionelle Überbelastung und kleinste Verletzungen (Mikrotraumen). Entgegen der Bezeichnung Tennis- oder Golferellenbogen sind meistens Patienten betroffen, die weder Tennis noch Golf spielen. Die Erkrankung äußert sich in Form von oft starken Schmerzen, die umschrieben am äußeren oder inneren Knorren (Epikondylus) des Ellenbogens lokalisiert sind und durch Belastung des Armes ausgelöst oder verstärkt werden. Insbesondere provoziert werden kann die Symptomatik durch Strecken bzw. Beugen des Handgelenks und der Finger gegen Widerstand. Weiterhin sind der äußere oder innere Knorren druckempfindlich.
Zunächst sollten die nicht-operativen (konservativen) Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, dazu zählen Schonung des Armes, Massage, Krankengymnastik, Eisanwendung oder Injektion eines Cortison-Präparats am äußeren oder inneren Ellenbogenknorren. Wenn diese Maßnahmen über einen längeren Zeitraum zu keiner bleibenden Besserung führen, kann die operative Behandlung erwogen werden. Durch die Operation wird jedoch auch nur bei 70-80% der Patienten eine durchgreifende Besserung der Schmerzen erreicht.

Operationsvorbereitung und Operationsverlauf:

Blutverdünnende Medikamente müssen rechtzeitig vor der Operation, ggf. nach Rücksprache mit dem Hausarzt, abgesetzt bzw. ersetzt werden (Patienten Info). Weiterhin sollten Fingerringe entfernt werden, wobei wir gerne behilflich sind. Nüchtern zu sein, ist nicht notwendig. Das selbständige Führen eines Pkw ist nach der Operation nicht möglich, weswegen die Heimfahrt mit einem Chauffeur oder öffentlichen Verkehrsmitteln erfolgen sollte (Patienten Info).
Der ambulante operative Eingriff wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) und Blutleere durchgeführt. Diese Blutleere wird durch eine Druckmanschette am Oberarm erreicht und ist nur für einige Minuten erforderlich. Der Druck der Manschette wird als unangenehm empfunden, jedoch für die Dauer des Eingriffs toleriert. Über einen ca. 4 cm langen Hautschnitt am äußeren oder inneren Ellenbogen wird der jeweilige Knorren (Epikondylus) dargestellt. Es folgt eine Verödung der Schmerznerven, die in der Knochenhaut des Knorren verlaufen. Eventuell werden anschließend noch zur Entlastung die Ansätze der Streck- bzw. Beugemuskulatur teilweise abgelöst. Am Ende der Operation wird eine kleine Drainage in die Wunde eingelegt.

Nachsorge:

Um ein Anschwellen der Hand und des Armes nach der Operation zu vermeiden und um eine rasche Wundheilung zu erreichen, sollte der Arm in den ersten Tagen am Oberkörper gehalten und geschont werden. Eine Armschlinge ist hierzu nicht notwendig. Bereits ab dem ersten postoperativen Tag ist ein vorsichtiges Bewegen der Finger erforderlich. Am ersten Tag nach der Operation erfolgt der erste Verbandswechsel und die Entfernung der Drainage durch den überweisenden Arzt oder den Hausarzt. Mehrere Tage nach der Operation, wenn kein Wundschmerz mehr vorhanden ist, kann das Ellenbogengelenk wieder zunehmend gebeugt und gestreckt werden. Nach 14 Tagen werden die Fäden entfernt, am darauffolgenden Tag sind das Waschen des Armes und Duschen wieder möglich. Nach 2-3 Wochen ist der Arm zum alltäglichen Gebrauch wie auch für die meisten beruflichen Tätigkeiten wieder einsatzfähig.

Komplikationen (allgemein/speziell):

Kleine Blutergüsse und Schwellungszustände klingen in der Regel durch aktives Bewegen bzw. nach Lockern des Verbandes rasch ab. Bei stärkerer Schwellung sollten neben einer Lockerung des Verbandes zusätzlich mehrmals täglich Eispackungen angewendet werden. Die Wunde darf hierbei nicht feucht werden. Die Entzündungshäufigkeit (Infektionsrate) bei unseren Patienten ist niedrig. Bei Anzeichen einer Infektion, d.h. Schwellung, pochenden Schmerzen im Operationsbereich, Rötung oder gar Entleerung von Eiter aus der Wunde muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, um eine gezielte Behandlung einzuleiten. Am günstigsten ist die umgehende Vorstellung in unserer Praxis. Außerordentlich selten ist das Auftreten eines komplexen regionalen Schmerzsyndroms, früher auch „Morbus Sudeck“ genannt, mit Abbau von Muskel- und Knochengewebe bis hin zur Versteifung von Gelenken. Das Narbenareal kann nach Veranlagung längere Zeit verhärtet, gerötet und berührungsempfindlich sein, wobei diese Beschwerden innerhalb weniger Monate abklingen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Besserung der Beschwerden in der Regel erst nach 2-3 Wochen eintritt – gelegentlich auch später - und nicht bei allen Patienten erreicht werden kann (s.o.). Auch eine Verschlechterung der Symptomatik ist bei fortschreitender Epikondylitis nicht ausgeschlossen. Die genannten Komplikationen können Nachoperationen erforderlich machen, die Behandlungsdauer verlängern und bleibende Funktionsstörungen des Armes verursachen.

Wichtig:

Treten unvorhergesehene Schwierigkeiten auf, wie z.B. erhebliche Schmerzen, Bewegungseinschränkungen der Gelenke oder eine starke Schwellung, so suchen Sie bitte unbedingt wieder unsere Praxis auf. Selbstverständlich stehen wir Ihnen bei Problemen und Fragen gerne zur Verfügung (Patienten Info). Für Patienten, die von uns operiert wurden, sind wir in dringenden Fällen immer telephonisch erreichbar.

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